Robin Wood der Streuobstwiese!

Seit meiner Jugend habe ich mich dem Erhalt von Streuobstwiesenkulturen verschrieben. Als Kind grub ich junge Obstbäume aus, die auf den Wiesen zu eng gepflanzt wurden. Nachts setzte ich sie anderenorts wieder ein, dort wo ich meinte, dass es ihnen besser erginge, hinter einer Sitzbank als Schattenspender zum Beispiel oder an einer tristen Landstraße …
Während meiner Lehre zum Landschaftsgärtner ärgerte ich mich weiter über die vielen ungepflegten oder auch verunstalteten Obstbäume an den Feldwegen und auf den Obstwiesen – und darüber, dass das Thema Obstbaumschnitt in der gärtnerischen Ausbildung so gut wie gar nicht behandelt wird. Während meines anschließenden Landwirtschaftsstudiums im Fachbereich Ökologische Landwirtschaft
https://madamejane.com/tag/redtube-com/ an der Uni Kassel in Witzenhausen befasste ich mich nicht nur intensiv mit der Imkerei, sondern leitete auch eine studentische Obstbaugruppe.

Mittlerweile bin ich Berufsimker, Baumwart und Ausbilder für Baumwarte in meiner Obstbaumschnittschule.

Durch die Vielschichtkeit meiner Arbeit erkenne ich die Zusammenhänge von Natur- und Artenschutz, Streuobstanbau und Vermarktung.  Jetzt, im Rückblick machen die vielen Stationen und Umwege auf meinem Lebensweg auch Sinn, weil kein einziger Augenblick vergeudet war. Im Gegenteil, egal, wo ich in Deutschland lebte und arbeitete, in Niedersachsen, Baden-Württemberg oder Thüringen, konnte und kann ich viele wichtige Erfahrungen im Obstanbau sammeln.

Warum ein BUCH zum Obstbaumschnitt?

Mein größter Wunsch ist es nun, mein Wissen in einem leicht verständlichen Praxisbuch über den hochstämmigen Obstbaumschnitt weiter zugeben. Nicht nur an Fachleute, sondern an jeden Naturfreund, dessen Herz für den Obstbaum und seine Früchte schlägt. Denn immer noch gelten Streuobstwiesen in Deutschland als sehr gefährdet. Ob sie eine Zukunft haben, hängt maßgeblich davon ab, ob man wieder dazu bereit ist, Zeit und Energie in die Nutzung, Ernte, Verwertung – und ganz besonders in die Baumpflege zu investieren. Dazu gehört der fachgerechte, regelmäßige Baumschnitt, egal wie alt der Baum ist!

Aber wo setzt man Schere und Säge richtig an?

Ich habe mit meinem langjährigen Pomologen-Freund, Hans-Joachim Bannier eine nachvollziehbare Lehrmethode entwickelt, die den Baum Schritt für Schritt abarbeitet. Hans-Joachim bringt sein Wissen als einer der profundesten Obstbaumkundler in Deutschland mit ein. Seit diesem Jahr bieten wir zum Beispiel die umfangreichste zweijährige Ausbildung zum Baumwart an. Standorte in Tonndorf, Hausen und Bielefeld garantieren Bäume mit unterschiedlichem Alter, Habitus und Sorte.

Ich pflege in und um Tonndorf auf vielen Hektar Wiesen- und Ackergelände rund 400 Obstbäume mit Äpfeln, Birnen, Kirschen, Aprikosen, Pflaumen, Mirabellen oder Walnüssen – eine Art Arche Noah seltener und alter Sorten. Bei hochstämmigen Jungbäumen muss jährlich mit dem Jungbaumschnitt begonnen werden.  Beim Jungbaumschnitt fördert man die schnelle Wuchsentwicklung zu einem stabilen Baumgerüst, um zügig in den Ertrag zu kommen.

Der Altbaumschnitt, der sich ab 12 Baumjahren anschließt, zielt dagegen auf einen gut durchlüfteten und sonnendurchfluteten Baum ab, der dadurch viel verwertbares Obst liefern kann und lange lebt. Nichtzuletzt beeinflussen Lage, Boden, Wind und Wetter den Baum in seinem individuellen Wachstum und Fortbestand. Auf Streuobstwiesen trifft man oft ungepflegte oder verschnittene Bäume an. Auch diese Bäume kann man „retten“. Es empfiehlt sich, die Krone in Richtung einer gut zu pflegenden und leicht beerntbaren ‚Oeschbergkrone’ zu erziehen bzw. ältere Bäume ‚umzustellen’, das ist eines der wichtigsten Ziele beim Obstbaumschnitt – und auch diese Themen werden im Buch beschrieben!
Unter’m Strich muss sich eine Streuobstwiese für den Besitzer lohnen. Gesunde, ertragsreiche Bäume und die richtige Sortenwahl sind die ersten Voraussetzungen dafür!

Klicken Sie hier, um das Buch vorzubestellen.